Riesachgröstl 2001 |
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| Fliegenfischen in den Schladminger Tauern | |
Reisebericht von M. Eppers ( Text ) & R. Föllmi ( Bilder ) |
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| Mitten in der Nacht machten wir uns auf den Weg. René hatte ein neues Ziel ins Auge gefasst, meine Schwester Karin und ich bekamen Gelegenheit, dabei zu sein, Freitage, alles passte. Nach einer ruhigen Fahrt bis Schladming beginnt die Suche nach dem Abzweiger zu unserem Ziel. Die Hauptstrasse in Schladming mussten wir verlassen, um nachzufragen. Vom Ort aus führt die Strasse aufwärts, Richtung Rohrmoos/ Riesachfälle, etwa 20 Minuten. |
| Es ist sehr angenehm, anzukommen im Alpengasthaus "Tetter", 1.042m ü. Meer gelegen, dem prächtigen, behäbigen Landhaus mit 90-jähriger Tradition, gepflegt mit Stil, durch die sehr gastfreundliche, liebenswürdige Familie Hermann und Josefine Meissnitzer. Landwirtschaft und biologische Eigenproduktion werden ebenfalls durch die Gastfamilie betrieben. |
| Uns empfing schon René in sommerlicher Kleidung, (soll ich schreiben: in den kurzen Hosen? das schöne Wetter war René wiedereinmal voraus gereist...)... Ein strahlend schöner, sonnig- warmer Maivormittag: frische, windige Alpenluft, die Wiesen voll blühendem Löwenzahn, die Bäume und Büsche im zarten, hellgrünen Frühstadium des Frühlings. Ganz in der Nähe, schlängelt sich der Untertalbach durch die Wiese, fast ohne Büsche an seinen Ufern. Vermutlich wird die Fischerei anspruchsvoll, anschleichen ist ein Muss. |
Bildserie 1 |
| Nach einer kühlen Erfrischung an der Südseite des Hauses (meine Haut und der Schädel verlangten schon nach dem Sonnenschirm), bezogen wir die Zimmer. Was heißt: " Zimmer?" Kleine Appartements mit getrenntem Bad und WC, Stube mit Kochgelegenheit und separat das Schlafzimmer. Alles sehr schön gestaltet, mit Holztäfer, großzügig, hell und gemütlich: noch ein "Aufsteller"!
Jetzt aber auf zum Fischen! |
Bildserie 2 |
| Die Salmoniden sind sehr Schnur- und Vorfach - scheu. "Pfahlbauermethode " war also angesagt, d.h mit stark beschwerten Nymphen abwärts fischen!! was auch entsprechenden Erfolg brachte. Der Nachteil dieser Methode sind die vermehrten Fehlbisse. Soll ich meine Story, wie ich die 50 cm Bachforelle gefangen habe erzählen? Schon oft habe ich über solche Biss- und Fang-Geschichten geschmunzelt, sie kommen mir "ausgeschmückt" vor. Trotzdem kann auch ich es für einmal nicht lassen, die Leser damit zu "beglücken": Unter einem Busch stand eine schöne Bachforelle, sie schnappte nach meiner P&C Drau Rosso- Nymphe, ich musste die Rute seitwärts anheben, oben war Geäst. Verloren !! Ein zweiter Wurf, Biss, mit einem Schwall (die Einen nennen es "Bugwelle"), Befreiung, wie beim ersten Mal. Ein dritter Versuch mit einer anderen Nymphe, welche dieselben oder ähnliche Eigenschaften besitzt: Wieder Anbiss, wieder Fehlbiss! Beschissene - Pfahlbauerfischerei !!!! Nachdem ich noch an anderen Stellen ans Bord hinunter rutschend Saiblinge und eine ganz schwarze Regenbogner gefangen hatte, ging mir die Grosse nicht aus dem Kopf. Auf dem Rückweg, zwei Stunden später schaute ich nochmals bei der Kapitalen vorbei, schickte ihr eine Variante der "Drau- Rosso " Nymphe, ....sie könnte die Ersten vielleicht wiedererkennen. Diese wurde mit großem Spritzer gepackt, jetzt hatte ich sie, es war eine konditionsstarke 50er Bachforelle, Frust weg, Freude herrscht am Bach !! Gelungene Pfahlbauerfischerei !!! |
Bildserie 3 |
| Die P&C Drau- Rosso Nymphe ist eine Variante der Peacock & Orange Woolly Worm. Letzten Herbst fischte José an der Kleinen Drau. Das nötige Hechelmaterial um das Original zu binden, hatte er nicht dabei. Anstelle des Orange- Badger Hechel verwendete er einen Cree- Hackle und erweiterte seine Fliege mit einem knallroten Tag. Diese famose Variante fängt ebenso gut, wenn nicht noch besser als das Original von RF, das wichtigste Merkmal ist offenbar das feuerrote "Schlusslicht". |
Fliegenmuster |
| Trotzdem wurde nach einiger Zeit die so fängige P&C Drau- Rosso verschmäht und gemieden. Nachdem wir unser nicht gerade mickriges Sortiment ohne Erfolg durchprobiert hatten, stand fest, etwas Neues muss her. Am Abend entstand die, wie sich später herausstellte, sehr fängige " Riesach- Gröstl " Goldkopf- Nymphe. |
Bildserie 4 |
| Kennen Sie "Gröstl", die schmackhaft zubereiteten Bratkartoffeln aus der Region mit mehreren Zutaten, wie Kartoffeln, Zwiebeln, Speck und Schnittlauch. Diese wunderbare Speise mit ihrem Namen und ihrer Vielfalt hat diese eben kreierte Nymphe getauft, sie besteht ebenfalls aus verschiedenen Zutaten. |
Fliegenmuster |
| Zur Zeit nur "bestockt" gehfähig, komme ich am Wasser nicht weit. In den drei Tagen ist es mir vier mal gelungen, genau DIE Salmonide zu überlisten, welche ich ins Visier genommen hatte. Einmal bearbeitete ich zwei Stunden einen Saibling, welcher sich bei der Fliegenaufnahme sehr selektiv verhielt. Obwohl ich nicht in der Lage war zwei - drei Kilometer gehen zu können, hatte ich meinen Spaß. Bis anhin fischten wir mehrheitlich in angetrübtem Schneewasser. Der glasklare Untertalbach ermöglichte es uns ohne Polbrille die Fische auf Sicht anzuwerfen, einfach superschön !! |
Bildserie 5 |
| Sieht gut aus, was Karin bei René gelernt hat an Wurftechnik, sie wirft schön. Nach zwei Tagen mit der Fliegenrute in der Hand steht ihr der Anfänger - Manitou mit viel "Petri" bei und lässt sie an diesem Tag eine wunderschöne Bachforelle und einen großen Saibling fangen. |
Bildserie 6 |
| Jetzt kann auch sie werfen und mit ihrem Mann und Söhnen zum Fliegenfischen gehen. Oder vielleicht mit mir... Karin ist begeistert, mich freut's auch. Von der Tochter des Hauses wurden wir zum Riesachsee hinaufgefahren (nur mit Geländewagen zu erreichen). Ein Service exklusiv für Hausgäste. Oben angekommen offenbart sich uns eine wunderbare Bergwelt. |
Bildserie 7 |
| Der See ist im Besitz der Familie Meissnitzer, Josys Großvater erwarb ihn im Jahre 1933. Eigentlich hatte er für sein Vorhaben, einen großen Saal anzubauen, schon Holz bereit, da kam das Angebot für den Erwerb des Riesachsees. Der Familienrat beschloss, nicht das Haus umzubauen sondern den idyllisch gelegenen Riesachsee zu kaufen, was die Familie nie bereut hat. Es tummeln sich Bach- und Regenbogenforellen, sowie Saiblinge darin. Am Einlauf eines Bergbachs fischten Karin und René mit der Trockenfliege. Es war die RF- Hairwing Caddis, über die sich viele vitale Saiblinge und Bachforellen hermachten, viel" Action ", die Fische waren nicht sehr groß, jedoch in guter Kondition. |
| Auf dem Rückweg zu unserem kleinen Lager am See, hat Karin sofort gelernt, wozu ein Watstock gut sein könnte...!!!! |
Bildserie 8 |
| Wir verbrachten vergnügliche Stunden an diesem klaren Bergsee, bis wir von Hermann Meissnitzer abgeholt wurden. Obwohl das Platzangebot im Geländewagen beschränkt ist, darf seine Jagdhündin, die ruhige und brave "Diana" immer mitfahren, denn wenn sie nicht mitkommen darf, ist sie sehr beleidigt. Gelassen und ohne Laut zu geben erträgt sie auch einige Menschenbeine auf sich. Das Abendessen, das Josy Meissnitzer selber kocht, schmeckt exzellent. Ihre Küche ist vorzüglich. Die Spezialitäten aus der Region und Währschaftes vom Lande schmecken einfach lecker! Eine sehr liebevolle und unvergessliche Sache, die Kochkünste der Chefin. Zum Dessert: Topfenstrudel hausgemacht, lasst Euch das nicht entgehen, eine besondere Gaumenfreude!! Am späteren Abend nahmen die Fische eher Trockenfliegen. Z.B. Hairwing- Caddis, Assassine, Grey.-und –Black Magic's. Bindeanleitungen zu diesen Fliegen finden Sie in der Fliegengalerie. Am Morgen erwartet uns ein sehr reichhaltiges Frühstück. Frau Josy steht uns bereitwillig für Fragen und Kaffeezubereitung zur Verfügung. Für weitere Infos steht Ihnen die Homepage des Hauses Tetter zur Verfügung: |
| http://www.tetter.com/ |
| Monika Eppers im Mai 2001 |