Nagold 2001 |
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| Altweibersommer an der Nagold | |
Reisebericht von J. Wetten und R. Föllmi |
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| Weil Johann unter Fliegenfischer – Entzugserscheinungen leidet wird beschlossen die Nagold kurz vor Saisonende zu besuchen. Mit dem Wetter hatten wir (wieder einmal mehr ) großes Glück. Ein Altweibersommertag wie er im Buche steht erstrahlt am Ankunftstag über Bad Liebenzell und der Nagold. Ich hatte diese Strecke schon mehrmals im Frühjahr und Sommer befischt aber noch nie im Spätherbst und für Johann ist es der erste Besuch an diesem Gewässer überhaupt. Von meinen früheren Besuchen weiß ich genau, dass dank der hervorragenden Arbeit des Wasserwartes Hermann Rebmann das Revier großartig besetzt ist. Es sind alle Jahrgänge Äschen und Forellen vorhanden von Brutfischchen bis zu voll abgewachsenen 50cm Fischen. Die Nagold verfügt über ein riesiges Nahrungsangebot und deshalb sind die Fische sehr gut genährt und befinden sich in super Kondition. Hermann hütet das Revier wie seine Augäpfel. Ihm und seiner Assistentin, der Entlebucher - Hündin Emilie, entgeht nichts was am Wasser passiert. Er gibt auch bereitwillig Tipps, z.B. hinter welchem Stein er eine große Forelle gesehen hat, oder in welchem Lauf sich gute Äschen aufhalten. Leider sind solche Riverkeeper, die jahrein und jahraus Ihr Wasser und die Umgebung, meist für Gotteslohn, so perfekt bewirtschaften sehr selten geworden. |
Bildserie 1
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| Nachdem die Hotelzimmer bezogen waren und Hermann uns die Fischerkarten ausgehändigt hatte, begaben wir uns ans untere Ende des Reviers, um unsere Fliegen endlich in oder aufs Wasser zu bringen. Ab hier wird Ihnen nun Johann seine Eindrücke von der Nagold schildern |
Bildserie 2 |
| Natürlich hatte ich Entzugserscheinungen, hatte ja schließlich schon lange nicht mehr gefischt ! Unterkunft und Fischerkarte waren von René bereits reserviert, also ging’s am 28.09.2001 los, ab an die Nagold. Das Wetter ist gut und wird sicher noch besser, wie immer wenn man mit René unterwegs ist !!! So überzeugt bin ich natürlich nicht, von der Nagold, habe auch noch nie was gehört von diesem Fluss im Nordschwarzwald. Nach 2 ½ Stunden Fahrt erreichen wir bereits die Ortschaft Bad Liebenzell. Meine Meinung wird aber ziemlich schnell revidiert. Schon der erste Blick auf das Flüsschen überzeugt mich. Idealer Wasserstand, klares Wasser und eine malerische Umgebung begrüßen uns. |
| Der Revieraufseher Hermann Rebmann ist auch schon da und erwartet uns mit den Fischerkarten und vielen Informationen. Es ist schon später Nachmittag und nichts soll mich jetzt vom Fischen abhalten. Also, Nymphe montieren und ab an die untere Reviergrenze. Ich traue meinen Augen nicht, am Wasser angekommen sehe ich wie die Fische wie verrückt nach Insekten steigen, und in der Luft fliegen zahlreiche Eintagsfliegen umher. Was mache ich da mit der Nymphe, dachte ich im ersten Moment. Ich versuche es trotzdem zuerst mit dieser „Tiefwassermontage“. Nach ca. 15 Minuten gebe ich das Unterfangen aber auf. Keinen einzigen Biss auf mein Nymphe. René steht etwa 30m weiter unten und fängt einen Fisch nach dem anderen. |
Bildserie 3 |
| Ich wechsle nun auch auf eine Trockenfliege und siehe da, es geht doch. Wunderschöne Bachforellen, Regenbogenforellen und Äschen lassen sich so überlisten. Das Wasser und die Fische sind wirklich in einem ausgezeichneten Zustand. Die Ausführungen von René kann ich nur bestätigen. Ich bin bereits nach 2 Stunden fischen so überwältigt dass ich nur noch staunen kann. Am ersten Abend gleich eine so überzeugende Trockenfischerei zu erleben, hätte ich im Traum nicht erwartet. |
Bildserie 4 |
| Auch am Samstag und am Sonntag erleben wir eine sehr abwechslungsreiche Fischerei. Wir fischen mit Trockenfliegen mit Nymphen und am letzten Tag auch noch mit dem Streamer, fast immer sehr erfolgreich. Die Nagold ist ein ausgezeichneter Fluss, ruhige Passagen, Rieselstrecken und tiefe Gumpen wechseln sich ab. Fische in jeder Größe sind im Wasser und so wie es aussieht auch ein sehr gutes Insektenaufkommen. Da muss eine Unmenge an Arbeit dahinterstecken, an dieser Stelle ein großes Kompliment an Hermann. |
Bildserie 5 |
| Am Abreisetag sollte noch ein kleines Abendessen organisiert werden, natürlich mit Erlaubnis von Hermann. Wie schon oft geht dieser Plan aber daneben. Nicht weil die Fische nicht beißen, sondern weil der Fischer wieder einmal die Schuld trägt. Mit einem stumpfen Hacken und dazu noch ein ungeschickter Fischer ( hier bin ich gemeint ) geht es halt wirklich nicht. Drei große „Regengbögler“ (um die 40-45cm) hintereinander zu verlieren, dass passiert halt auch nur mir. |
| Noch zu den Fliegen: Gefischt habe ich fast ausschließlich mit Fliegenmustern von René. So zu Beispiel mit, RF Goldkopf Nymphe, Dutch Nymphe, RLF spezial, RF Grey Magic, CDC Blue Wing Olive, Poly Wing Para und vor allem eines seiner neuesten Muster die RF Brown Thorax Fly mit diesem Muster habe ich viele gute Forellen und Äschen gefangen. Alle diese Fliegen finden Sie auf dieser Seite in der Fliegengalerie.
Danke an Hermann und René für dieses wunderbare Wochenende. Meine Meinung über die Nagold wurde gründlich umgekrempelt. Ich werde ganz sicher wieder nach Bad Liebenzell fahren, um hoffentlich wieder solch’ schöne Fischertage zu Erleben.
Johann Wetten Okt. 2001 |