Lappland 2004 |
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| Fliegenfischen in Schwedisch Lappland | |
| Teilnehmer: Karin Heiniger, Monika Eppers, Linus Deplazes, Fred Wetten, Johann Wetten, Josef W. Murer |
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von Samstag 3. Juli bis Sonntag 11. Juli 2004 Camp Tjuonajokk, Nordschweden – Kaitum River |
Schon Wochen vor dem Abflugtermin war unser FF-Trip nach Nordschweden DAS beherrschende THEMA und erfüllte alle mit großer Vorfreude. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren - Vorfächer knüpfen (für jeden erdenklichen Einsatzzweck mindestens 3-4 Stück), Fliegen binden (jedes erfol gversprechende Muster 10-fach und mindestens in 3-4 Größen, Ausrüstung vervollständigt (wir hatten zwar schon alles aber man findet immer noch etwas, was man auch noch brauchen könnte), Kleider ergänzen (sicherheitshalber gleich eine neue Wathose gekauft) usw. usw. – ganz wichtig! Die Anti-Mücken Maßnahmen – angefangen vom Antibrumm forte bis zum feinmaschigen Mücken-Schutznetz, das man über den Kopf ziehen kann. Endlich, am Samstag 3.7.04 war so weit. Wir trafen uns im Terminal 1 am Zürich Flughafen. Unsere Fliegenfischerutensilien auf die maximal zulässigen 20 Kilo reduzieren. Trotz allgemeinem Ferienbeginn ging das Einchecken speditiv über die Bühne und wir hatten noch genügend Zeit ein Bierchen zu trinken und Zigarren einzukaufen. Hoffentlich überstehen unsere Ruten-Rohre den „ruppigen“ Transport im Bauch des Fliegers. Gerne hätten wir die Rohre in die Kabine genommen. Aber mit den heutigen Sicherheitsvorschriften und engmaschigen Kontrollen kann man nicht mal mehr mit Löffel & Gabel im integrierten Sackmesser an Board gehen (nähere Details erklärt Monika sehr gerne!). |
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Bildserie 1 |
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| Nach einem angenehmen Flug sind wir sicher in Stockholm-Arlanda gelandet und haben im Radisson Sky City unser Hotelzimmer für eine Nacht bezogen. Der Weiterflug nach Kiruna und der Helikopter Transfer ins Camp war für den nächsten Tag vorgesehen. Am nächsten Tag mit der SAS nach Kiruna wo uns bereits der gelbe Helikopter der „Polar Helikopter“ erwartete. Dabei hat sich Linus keine Sekunde anmerken lassen, dass noch niemals zuvor, soviel Luft zwischen ihm und dem sicheren Boden war. Nun ja, so sind sie eben – die Bündner Jäger – ruhig und gelassen! Wir waren heute die einzigen Passagiere für Camp Tjuonajokk aber trotzdem zu viele für nur einen Flug. So ließen wir den Damen und den „Jägern“ den Vortritt, als erste mit dem gelben „Chopper“ in den Regenwolken verhangenen Himmel zu starten. | |
Bildserie 2 |
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| Schon eine Stunde später war es dann auch für Johann und mich Zeit an Board der „Kolibri“ zu gehen und fasziniert von der Landschaft und der Weite des Landes genossen wir – trotz Wind und Regen – den Helikopterflug. Keine Strassen, keine Häuser, keine Menschen – einfach Weite, Weite und nochmals Weite, Flüsse, Seen und Birkenwälder wo man hinschaut. – Dann kommt das Camp in Sichtweite! Das Haupthaus „eskortiert“ von den kleinen Häuschen für die Fischer. Zwischenzeitlich gießt es in Strömen und die Stimmung (und Temperatur) ist ganz herbstlich – das im Schwedischen Sommer!? | |
Bildserie 3 |
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| Das Team um Ann-Helen und Ingemar Kristell begrüsst uns ganz herzlich und schon wenige Minuten nach der Ankunft werden wir durch’s Camp geführt und mit den Einzelheiten bekannt gemacht. Räucherofen, Bisu (Sauna) der einzige Ort für die nächsten sieben Tage wo es warmes Wasser hat, Hafen (ein großes Wort für einen einfachen Holzsteg), Plumpsklo (Latrine) und Haupthaus. Die Handys kann man getrost (Gott sei Dank) ausschalten – die nächsten sieben Tage – keinen Strom, kein fließendes Wasser, kein Radio / TV, kein Netz usw. – Luxus pur! | |
Bildserie 4 |
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| Kaum haben wir unsere „Hütten“ bezogen – „Laxöringen“ für die Männer und „Rödingen“ für die Damen – stürzten wir uns in unser FF-Klamotten (Winterausrüstung mit Polartec Wäsche, Helly Hansen und dicker Watjacke !!!!) und nix wie runter zum Fluss. Endlich – Kaitum River „here we come“ – es vergingen kaum fünf Minuten, zappelten auch schon die ersten Äschen an unseren Ruten. Noch nicht die grossen Dinger, aber immerhin! Der nächste Morgen – was heißt da Morgen – es wurde ja nie dunkel (der nahe Polarkreis lässt grüßen) – ein komisches Gefühl, wenn es morgens um 02.00h so hell wie nachmittags um 16.00h ist – überraschte uns mit eitel Sonnenschein. Ja, so hatten wir es uns vorgestellt! | |
Bildserie 5 |
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| Ein erstes „Einwerfen“ auf der Wiese vor den Hütten, Fliegenvollständigkeitskontrolle und ab ins „Arbeitstenue“- runter zum Hafen mit „heulenden“ Motoren auf zu den Stromschnellen – zu welcher Stromschnelle soll’s zuerst gehen – Tjirtjam, Kukkak oder Taivek? | |
Bildserie 6 |
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| Wir haben uns für die Nächstgelegene "Taivek" entschieden, die anderen werden in den nächsten Tagen erkundet – wir haben ja nun sieben Tage, nur für unser geliebtes Hobby. | |
Bildserie 7 |
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| TKK, Hammer, Fallschirm und grüne „Caterpillars“
Obwohl das Wetter diverseste Kapriolen machte (ganzes Programm im stündlichen Wechsel) hatten wir nun jeden Tag eine abwechslungsreiche Fischerei. Der Fisch ist überall – an jeder Stelle des Flusses. Mit unseren drei Booten erkundigten wir alle vielversprechenden „Hot-Spots“ und dank der praktischen Fluss-Karte von Roger Wüest wussten wir auch wo die Hechte und Barsche auf unser Streamer und die Aeschen und Bachforellen auf unsere Klinkhammer und Parachutes warteten. Zu Zeiten wollten sie nur eine kleine Schwarze, wir würden sagen „Black Gnat“ nehmen. Die „Geheimwaffe“ – die Guides nennen sie TKK (frei übersetzt: „two fucking flies“). Vermutlich, beruht der Name darauf, dass diese Fliege (18er oder 20er Hacken) an beiden Hackenenden mit einer Hechel abgeschlossen wird. Manchmal wechselte der Speisezettel halbstündlich – die kleinen grünen (allgegenwärtigen) Raupen, die zu Millionen die Bäume bevölkern – standen täglich auf dem Plan. Das alles in einer immer wieder vor einer eindrücklichen Landschaft mit schneebedeckten Bergen und weitläufigen Birkenwäldern. Nur Elch und Rentier hatten wir noch nicht gesichtet. Ich glaub mich knutscht ein Elch! Morgens um 06.00h, gedankenverloren auf dem Holzsteg hinunter zur Sauna – was steht da gleich um die Ecke ein paar Meter von unserer Hütte? Ich glaube er (oder war es eine Sie) war mindestens so überrascht wie ich – das Schwedische Nationalsymbol und „Ikea’s Wappentier“ – grau riesengross (logisch aus 2m Entfernung!). Wir überlegten beide – stehen bleiben oder wegrennen – ich weiss nicht wer von uns mehr Respekt hatte. Auf jeden Fall war er bedeutend schneller als ich und rannte hinter die nächstgelegene Hütte – unsere Hütte. Johann bei der Morgentoilette war nur für eine Sekunde perplex, dann reaktionsschnell griff er zur Kamera. |
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Bildserie 8 |
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| „Radiowandern“ auf Schwedisch Am nächsten Tag wollten wir unbedingt auf Hecht fischen. Der heisse Tip unserer Schwedischen Camp-Guides – der Läffja See. Zwar 30-45 Minuten Fussmarsch aber die grossen „Pikes“ sollten uns entschädigen. „Am See findet Ihr Boote – damit könnt ihr die guten Stellen vom See aus befischen“. Ein kurzer Blick auf die Karte und schon waren wir unterwegs. Boote am Ufer gesichert, Ruten „geschultert“ und los ging die „Kraxlerei“. Die Wat-Garderobe mit 2 Ruten und Rucksack ist definitiv für’s Wandern nicht die optimale Ausrüstung – aber die Hechte werden uns dafür entschädigen. Wirklich, nach 40 Minuten (je nach Kondition) fanden wir See und nach kurzem Suchen auch die Boote – sogar drei Stück! Aber welch (böse) Überraschung – wo sind denn die Ruder?!? Toll – was jetzt? Dazu auflandiger Wind, die schweren Schnüre und Streamern und nicht bewatbares, tiefes Uferwasser – „Sack auf“ zurück zu den Booten – es geht nichts über eine schöne Wanderung in der Wildnis von Lappland. Die zum zweiten Mal aufgescheuchte Rebhuhnfamilie – Vater, Mutter und einige frisch geschlüpfte Küken – werden sich ihren Teil gedacht haben. Leise fluchend und den „heissen Tip“ gebenden Freund ins Pfefferland wünschend stapften wir zurück. Same procedure as yesterday An diesem Tag freuten wir uns doppelt auf das feine Menü das uns Victor „le Chef“ jeden Abend mit viel Liebe zubereitete. Das zum feinen Frischkäse servierte, noch warme, hausgemachte Brot haben wir mit Heißhunger verschlungen. Auf die Frage nach den Getränken – Antwort: Same procedure as every day – der süffige Rote aus „Roodeberg“ /Südafrika hat es uns angetan und war die ganze Woche unser ständiger Begleiter. Grosses Kompliment an das Camp Team. Abendessen wie Frühstück war – berücksichtigt man die Rahmenbedingungen – vom feinsten und das Dessert war immer ein besondere Surprise! |
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Bildserie 9 |
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| Black Rabit Stripes und Lametta Die Bucht (Hotspot Nummer 4 auf der RW-Karte und Ausgangspunkt unserer Radiowanderung) versprach einiges in Sachen „Pike“. Die Bündner (Johann, Fred und Linus) hatten das schon zwei Tage vorher erkundet. Heute – an unserem letzten Tag – wollen wir alle zusammen unseren ersten Hecht mit der Fliege „catchen“. Die Boote waren kaum verankert ging auch schon die „Hölle“ los. Wie ein Torpedo an der Wasseroberfläche schossen die Hechte aus dem überwachsenen Ufer auf die Streamer los. Ruten, Rollen und Schnüre wurden nun einem Härtetest unterworfen. Hoffentlich sitzt der Hacken fest (trotz fehlendem Wiederhacken!). Nach nicht allzu langem Drill aber dafür umso heftigeren Attacken ergaben sie sich. Nur, den Hacken wollten sie uns nicht so ohne weiteres aus ihren Mäulern nehmen lassen. Wie junge Hunde „schnappten“ die Hechte nach uns. Gut hatte Johann sein „Swiss Tool“ dabei – mit vereinten Kräften konnten wir die Hacken aus den zahnbewehrten Mäulern entfernen. |
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Bildserie 10 |
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| It’s time to say goodbye Nur zu schnell vergingen die Tage im Camp Tjuonajokk. Schon war es Zeit zum Packen. So eine „Männerwirtschaft“ für 7 Tage in einer kleinen Hütte –aber die Bilder sprechen für sich. Bald schon entschwebte die erste Gruppe Richtung Kiruna wo der Flieger via Stockholm nach Zürich auf uns wartete. Müde aber glücklich traten wir unsere Heimreise an. Mit der Gewissheit, an einem der schönsten und attraktivsten Flüssen der Welt gemeinsam Sternstunden erlebt zu haben. Ich denke, wir waren nicht zum letzten Mal am Kaitum-River! |
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Bildserie 11 |
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PS: Ja, die Mücken – die hätte ich fast vergessen. Tausende, Hunderttausende, Millionen!! Antibrumm-Forte, literweise versprüht lindert – aber wirklich stören tun die Moskitos nicht – für das ist das Erlebnis viel zu eindrücklich!
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